# Alltag eines Hotelliers > Erleben Sie eine Woche im Leben eines Hoteliers! Marc Traubel nimmt Sie mit hinter die Kulissen des HUBERTUS Mountain Refugio Allgäu. Quelle: https://www.hotel-hubertus.de/alltag-eines-hoteliers ## aus dem leben eines hotelliers – zwischen weißwurst, berggipfeln und besonderen begegnungen. – Eine woche mit Marc traubel Wann beginnt eigentlich die **ARBEITSWOCHE** eines Gastgebers? Für mich ganz klar: am **SONNTAG**. Und sie beginnt häufig nicht allein, sondern gemeinsam mit unserer Tochter Lenia. Denn sonntags gibt es bei uns im **HUBERTUSWEISSWÜRSTE** – und Lenia liebt Weißwürste. Ganz im Gegensatz zu ihrem Bruder Kilian: Der zieht es vor, auszuschlafen. So haben wir unseren ganz gechillten Vater-Tochter-Moment. Nach dem Early-Morning-Meeting mit dem Team sitzen wir zusammen an den Hochtischen, mümmeln unsere Weißwurst und sind uns zumindest bei einer Sache vollkommen einig: **HÄNDLMAIER SENF** muss sein. Viel Zeit zum Sitzenbleiben gibt es danach allerdings nicht. Denn gerade während der Sommermonate wartet sonntags bereits das erste gemeinsame Erlebnis mit unseren Gästen: **HIKE & BIKE**. Mein Vater Karl oder ich suchen dafür immer wieder eine neue Route aus. Meistens fahren wir zunächst mit dem Fahrrad in Richtung einer **HÜTTE** und machen von dort aus noch einen Abstecher auf einen der umliegenden **BERGE**. Mal geht es auf den Siplinger, mal auf den Feuerstätterkopf oder auf das Riedberger Horn. Welche Tour es wird, hängt vom Wetter, von der Kondition und natürlich von den Gästen ab. Denn nicht die meisten Höhenmeter oder Kilometer machen einen gelungenen Tag aus. Viel wichtiger sind die gemeinsame Zeit, die **GESPRÄCHE** unterwegs und – ganz entscheidend – eine gemütliche Hütteneinkehr. ## Frühstück einmal anders An einigen Montagen darf ich unser Frühstück dann sogar aus der **PERSPEKTIVE** unserer Gäste erleben. Immer am ersten Montag des Monats lade ich sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu unserem traditionellen **TEAMFRÜHSTÜCK** ein. Es ist ein Treffen ganz ohne Tagesordnung, Kennzahlen oder operative Aufgaben. Stattdessen erzählen wir einander unsere **LEBENSLÄUFE**: Wo kommen wir her? Was haben wir gemacht, bevor wir ins **HUBERTUS** gekommen sind? Was beschäftigt uns und was macht uns aus? Gerade in einem großen Hotelbetrieb begegnet man sich täglich, ohne immer wirklich zu wissen, wer der **MENSCH** hinter der jeweiligen Aufgabe ist. Beim gemeinsamen Frühstück entsteht dafür **RAUM**. Und manchmal erfährt man dabei Geschichten von Kolleginnen und Kollegen, die man so vermutlich niemals gehört hätte. ## Ein Raum, in dem die Welt draußen bleibt Besonders intensiv ist der Austausch mit unseren Gästen für mich immer dienstags und freitags. Dann öffnen wir für rund eineinhalb Stunden die Tür zu **TRAUBELS SPEISS**. Sie ist ein kleiner, ursprünglicher Raum mit niedriger Decke. Großgewachsene Gäste sollten also besser rechtzeitig den Kopf einziehen. Vielleicht ist es gerade diese besondere **ATMOSPHÄRE**, die unsere Speiss zu einem so persönlichen Ort macht. Sie liegt ein wenig abgeschieden vom übrigen Hotelgeschehen. Die Sorgen und die Geschwindigkeit der Welt dürfen für einen Moment **DRAUSSEN BLEIBEN**. Wir probieren gemeinsam Produkte von Menschen und Betrieben, die wir persönlich kennen, schätzen und mögen. Dazu gehören besondere Balsamicos von Robert Gierer, ein gutes Glas Wein oder Käse aus der Sennerei Sibratsgfäll, der regelmäßig bei der Käseprämierung in Wieselburg mit dem „Goldenen Käsmandl“ ausgezeichnet wird. Doch eigentlich geht es weniger darum, was auf dem Tisch steht. Es geht um das, was **RUND UM DEN TISCH** passiert: um Gespräche, Fragen, Geschichten und Begegnungen. Der Umsatz ist für mich an diesen Abenden zweitrangig. Entscheidend ist der persönliche **KONTAKT** zwischen Gast und Gastgeber. Nach der Speiss wartet am Dienstag noch ein Programmpunkt, der für mich einen ganz besonderen **EMOTIONALEN WERT** besitzt. Gemeinsam fahren wir mit dem Bus hinauf auf die **SPICHERHALDE**, rund 400 Höhenmeter oberhalb unseres Hotels. Dort verbringt die Familie Vögel seit mehr als 72 Jahren jeden Sommer auf der Alpe. Sie kümmert sich um rund 36 **KÜHE** und mehr als **100 SCHUMPEN**. Für alle, die mit dem Begriff nichts anfangen können: Schumpen sind junge Rinder. Von der **ALPE** aus blicken wir über das Balderschwanger Tal und beobachten, wie die Sonne langsam hinter den Bergen verschwindet. Häufig nimmt sich die Familie Vögel zusätzlich Zeit, um unseren Gästen vom Leben und Arbeiten auf der Alpe zu erzählen. Wie entsteht eigentlich Käse? Wie viel Arbeit steckt in einem einzigen Laib? Und weshalb ist die Alpwirtschaft für unsere Landschaft, unsere **KULTUR** und unsere Region so wichtig? An solchen Abenden wird aus einem Lebensmittel plötzlich wieder etwas **WERTVOLLES**. Etwas, hinter dem Menschen, Tiere, Handwerk und viel tägliche Arbeit stehen. Sonnenuntergang mit 36 Kühen und 100 Schumpen ## Vom Keller bis in den Adlerhorst Mittwochs geht es nicht hinaus in die Berge, sondern **TIEF HINEIN** in das **HUBERTUS**. Dann nehme ich unsere Gäste mit auf eine **HAUSEXKURSION**. Ursprünglich waren dafür einmal 45 Minuten vorgesehen. Ich kann allerdings aus Erfahrung sagen: Das schaffe ich praktisch nie. Meistens sind wir eineinhalb Stunden oder sogar länger unterwegs. Langweilig geworden ist es dabei bislang trotzdem noch nie. Wir schauen in die Küche, entdecken die **GESCHICHTEN** unserer Restaurantstuben und besuchen verschiedene Zimmer und Suiten. Ich zeige unseren Gästen, wo sich früher das Schlafzimmer oder das Kinderzimmer meines Vaters befand, und wir gehen bis hinauf in unsere neu renovierten Adlerhorst-Suiten. Doch zu einem Hotel gehören nicht nur die schönen Räume, die unsere Gäste täglich sehen. Deshalb führt uns der **WEG** auch in die Schwimmbadtechnik, in den Keller und zu den fleißigen Engeln in unserer Wäscherei. Dort wird sichtbar, wie viele Hände, Maschinen und Abläufe notwendig sind, damit sich ein Aufenthalt am Ende ganz leicht und selbstverständlich anfühlt. Und manchmal lernen unsere Gäste dabei auch Dinge, über die sie sich im Urlaub vermutlich noch nie Gedanken gemacht haben. Zum Beispiel, dass sie mit ihrem Aufenthalt pro Nacht ungefähr 30 Cent zu unserem Fettabscheider beitragen. Auch das gehört schließlich zum echten **BLICK HINTER DIE KULISSEN**. ## Sommerabend unter unserer Kastanie An drei Donnerstagen im Sommer wird es dann besonders gesellig. Vorausgesetzt natürlich, das Balderschwanger Wetter spielt mit. Die Chancen stehen erfahrungsgemäß ungefähr 50 zu 50. Bei unserem **SOMMERNACHTSFEST** feiern wir in Traubels Garten, im Schatten der alten Kastanie, die bereits seit Jahrzehnten über unser Haus wacht. Unser Küchenchef Kristian Knölke und sein Team bereiten besondere Gerichte vom **GRILL** zu. Befreundete Winzer schenken ihre Weine aus, Brauer bringen ihr Bier direkt vom Fass mit und zwischen den Tischen entstehen immer wieder neue **GESPRÄCHE**. Es soll kein steifes Galaformat sein. Vielmehr feiern wir so, wie wir selbst gerne feiern: mit gutem Essen, besonderen Menschen, lockerer Atmosphäre und ganz viel **LEBENSFREUDE**. ## Gespräche, die beim Gehen entstehen Am Freitag zieht es mich wieder hinaus in die **NATUR**. Um 9.15 Uhr treffen wir uns zur gemeinsamen Wanderung. Welche Route es wird, entscheide ich häufig erst kurz vorher. Ich schaue mir die Wetterlage an – und natürlich auch ein wenig die Gäste. Manchmal darf es eine längere und sportlichere **TOUR** sein. An anderen Tagen ist eine kleinere Runde genau das Richtige. Bei durchwachsenem Wetter bieten sich der Quelltuffpfad oder der **WASSERWANDERWEG** in Hittisau an. Bei guten Bedingungen geht es vielleicht auf das Riedberger Horn, den Gelbhansekopf oder den Siplinger. Die Auswahl an Wegen rund um Balderschwang ist nahezu unendlich. Aber auch hier ist das Ziel nicht das Wichtigste. Beim gemeinsamen Wandern entstehen oft besonders offene **GESPRÄCHE**. Vielleicht, weil niemand an einem Schreibtisch sitzt. Vielleicht, weil es keine feste Sitzordnung gibt. Oder vielleicht einfach, weil sich vieles leichter erzählen lässt, wenn man gemeinsam in dieselbe **RICHTUNG** geht. Am Freitagabend öffnet dann noch einmal Traubels Speiss. Andere Gäste, andere Geschichten und eine neue Atmosphäre. Mal ist die Runde größer, mal kleiner. Jeder Abend ist anders und entwickelt seine ganz eigene **DYNAMIK**. ## Doch damit endet meine Arbeitswoche noch lange nicht. Die gemeinsamen Wanderungen, die Abende in Traubels Speiss oder unsere Hausexkursionen sind der sichtbare Teil meines Berufs. Jener, den unsere Gäste erleben. Fast mehr Zeit verbringe ich jedoch am **SCHREIBTISCH**. Dort geht es um Investitionen und Finanzierungen, Strategieentwicklung, Personalgespräche, Bauprojekte, und unzählige Entscheidungen, die den Betrieb langfristig weiterbringen. Tägliche Rundgänge im Hotel, wo klemmt es, welches Teammitglied braucht gerade etwas mehr **BEACHTUNG**, als „Feuerwehr“ hier und dort helfen, wo es brennt und noch vieles mehr. Hinzu kommen verschiedene **EHRENÄMTER**: vom Gemeinderat über den Tourismusbeirat bis hin zur Ausbildung unseres Branchennachwuchses. Gastgeber zu sein bedeutet deshalb weit mehr, als Gäste durch die Berge zu begleiten. Es bedeutet, **VERANTWORTUNG** für ein Unternehmen, für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für die Zukunft des **HUBERTUS** zu übernehmen. ## Und am siebten Tage … Dann kommt der **SAMSTAG**. Seit unsere Kinder zur Schule gehen, ist dieser Tag mein fester **FREIER TAG**. Und es muss schon einiges passieren, damit ich ihn aufgebe. Denn bei aller **LEIDENSCHAFT** für unser Hotel, für unsere Gäste und für die vielen besonderen Begegnungen während der Woche gehört auch das zu meinem Leben als Gastgeber: Bewusst **ZEIT** für die Menschen zu haben, die mir persönlich am wichtigsten sind: meine **FAMILIE**. Meine Frau Sabrina, unser Sohn Kilian, unsere Tochter Lenia und ich. Und diese gemeinsame Zeit genießen wir in allen Zügen: mit Ausschlafen, Gartenarbeit, Ausflüge in die Umgebung und Freunde besuchen. Oder auch einfach mal nur einen ganzen Tag Zuhause bleiben. Und Nichts tun. So endet **MEINE WOCHE**. Und am Sonntag beginnt sie wieder. Vermutlich mit Lenia, einer Weißwurst und einer ordentlichen Portion Händlmaier Senf ... ## suiten – angebote – HUBERTUS Highlights